Es gehört schon zur Tradition von Nissan, beim alljährlichen Festival of Speed in Goodwood seinen sportlichen Beitrag, den 350Z, zu präsentieren. Natürlich sollte der Japaner etwas mehr als sein Alltagskleid und serienmäßige Technik bieten. Bereits 2004 erschien mit dem Nummernschild GB53 ZZZ eine aufgemotzte Version mit Anbauteilen aus dem Nissan-Zubehör-Programm NISMO. 2005 stellte sich mit gleicher Registrierung der 350Z NISMO GT vor. 2006 sollte es natürlich eine Steigerung geben, und deshalb wendete sich PR-Direktor Wayne Bruce an seine Kollegen vom Nissan Technical Centre Europe (NTCE) in Cranfield, Grafschaft Bedfordshire.
Das Nummernschild besaß man ja schon, es musste nur noch drumherum ein „heißer“ aber nicht übertriebener 350Z aufgebaut werden. „Wir wollten kein kraftstrotzendes Denkmal setzen, sondern ein straßentaugliches Fahrzeug mit mehr Leistung zeigen“, lautete Waynes Anforderungsprofil an Chef-Techniker Steve Robbins. Der, da beruflich ziemlich ausgelastet, verlegte das Projekt in die Abendstunden und an mehrere Wochenenden, an denen er mit Gleichgesinnten den 350Z GT-S entstehen ließ.
Dank eines Novidem-Kompressors aus der Schweiz blähte sich der 3,5-Liter-V6 von 300 auf 382 PS auf, und das maximale Drehmoment erschloss weitere 72 Newtonmeter auf insgesamt 425 Nm. Mit 4,8 Sekunden von 0 auf 100 Stundenkilometer war dieser Nissan Speed-tauglich. Optimiertes Fahrwerk, kräftigere Bremsen und ein Aerodynamik-Bausatz von Strosek gesellten sich zu dem Kraft-Paket, das sein Können dem sachverständigen Goodwood-Festival-Publikum eindrucksvoll demonstrierte. Im Fahrerlager dabei sein, ist hier nicht alles, mitfahren, heißt die Devise. Der Pilot: Duncan James, ein Pop-Sänger, der mit auf sein neues Solo-Album mit Schall und Rauch sowie viel Gummi auf der Piste aufmerksam machte.
Dieses Freizeit-Projekt darf durchaus als Denkanstoß für eine Kleinserie betrachtet werden, wobei der 350Z GT-S auch etwas abgespeckt werden soll.
autogericke.de / 16. Oktober 2006