Auf der London Motor Show von 1953 wurde der erste englische Sportwagen mit unabhängiger Radaufhängung rundum vorgestellt: der AC Ace. In seinem Aussehen lehnte er sich an den von Touring gestylten Ferrari Barchetta 166 an, der 1949 in Le Mans erfolgreich gewesen war. Sein Fahrwerk trug deutlich die Handschrift von Designer John Tojeiro, der Anfang der fünfziger Jahre auf Bestellung Renn- und Sportwagen anfertigte.
Ein kräftiges leiterartiges Rohrrahmenchassis und vermittels unterer Querlenker und obenliegender Querblattfedern aufgehängte Räder garantierten
eine für damalige Verhältnisse exzeptionelle Straßenlage des zweisitzigen Roadsters, dessen Karosserie aus Aluminium bestand. Seine ursprüngliche Kraftquelle, ein Reihensechszylinder von 1991 cm³ mit einer obenliegenden Nockenwelle, der mit Hilfe von drei SU-Vergasern auf 86 PS erstarkt war, ging auf eine Konstruktion des Firmengründers John Weller von 1919 zurück.
Zwischen 1954 und 1959 dominierte der Ace bei Sportwagenrennen in seiner Klasse in Englang und den USA, insbesondere nachdem sich die Firmenbesitzer, die Gebrüder Hurlock, entschlossen hatten, ab 1956 das hauseigene Triebwerk, das weiterhin wahlweise zur Verfügung stand, durch einen Bristol-Motor zu ersetzen. Dieser, ebenfalls ein Sechszylinder-Reihenmotor von zwei Litern, aber mit seitlicher Nockenwelle, leistete 122 PS und basierte auf einer BMW-Konstruktion der Vorkriegszeit, der Maschine des Modells 328. In Verbindung mit einem Getriebe des gleichen Fabrikats, in dem alle Gänge bis auf den ersten synchronisiert waren, erwies sich der Bristol-Motor als sehr elastisch. Man konnte in der obersten Fahrstufe mit 30 km/h bei 1000 U/min dahinbummeln, aber auch stotterfrei bis zur Drehzahlgrenze von 6000 U/min hinaufbeschleunigen, wobei ab 2500 Umdrehungen der Kurbelwelle kräftiger Schub einsetzte und ab deren 4000 die Kommunikation zwischen Fahrer und Beifahrer problematisch wurde.
Auf englischen Straßen reichte eine Füllung des 60-Liter-Tanks für ungefähr 460 Kilometer. Das Auto tendierte dazu, im Grenzbereich mit dem Heck abzuwandern, allerdings gutmütig nach rechtzeitiger Vorwarnung. Die Lenkung war ziemlich indirekt, aber leicht zu bedienen. Unter allen Umständen ließ sich der Ace damit präzise dirigieren. Um die Türen von außen zu öffnen, musste man einen Teil der Seitenscheibe abklappen und die Griffe innen betätigen.
Der AC Ace wurde praktisch unverändert bis 1962 gebaut. Ab 1962 war er mit einem Laycock-de-Normanville-Schnellgang erhältlich. Im Oktober 1957 wurden die später serienmäßigen Scheibenbremsen vorn gegen einen Aufpreis als Alternative zu den bisherigen Trommelbremsen angeboten, und im letzten Jahr der Fertigung dieses Modells, 1962, überarbeitete man in dem kleinen AC (für Auto-Carrier)-Werk in Thames Ditton in der Grafschaft Surrey noch einmal die Frontpartie.
Die ganze Produktionszeit hindurch hatte man die Wahl zwischen einer teuren geschweiften Windschutzscheibe und einer billigeren flachen. Zeitgenössische Testberichte merkten als einen der ganz wenigen Kritikpunkte an, dass die wichtigsten Instrumente zu tief in der Armaturentafel angesiedelt und teilweise von den Speichen des Lenkrads verdeckt waren.