Die Lenkung war mit 2 1/5 Umdrehungen von Anschlag zu Anschlag sehr direkt übersetzt, und mit seinen effizienten Bremsen (Trommeldurchmesser vorn 300 mm, hinten 280 mm) ließ sich der 2 2-Sitzer in vier Sekunden von 100 km/h bis zum Stillstand zusammenstauchen. Das Armaturenbrett wurde beherrscht von den beiden großen Rundinstrumenten des Drehzahlmessers, der bei 5300 U/min warnte, nun werde gleich leichtes Ventilschwirren hörbar werden, und des Tachometers, der ungewöhnlich genau arbeitete. Wasser- und Ölthermometer fehlten, was der Gesundheit des Triebwerks ein gutes Zeugnis ausstellte.
Im Übrigen wurde die ohnehin reiche Grundausstattung durch eine Fülle von Extra-Angeboten ergänzt wie Borrani-Räder, Nardi-Sportvolants und Lederbezüge, aber auch eine fakultativ erhältliche Mittelschaltung. Der Zusatz S (= sinistra) im Typenkürzel verwies darauf, dass es sich bei dem fraglichen B20 um einen Linkslenker handele. In der Regel saß der Pilot rechts, und für Ungeübte gestaltete sich dann der Umgang mit dem zu ihrer Linken an der Lenksäule angebrachten Ganghebel misslich.
Der erneut retuschierte Aufbau wurde bei Farina, Bertone oder Maggiori montiert. Auf die Möglichkeiten, die im Gran Turismo 2500 schlummerten, machten der Monegasse Louis Chiron und der Genfer Ciro Basadonna mit einem Paukenschlag aufmerksam, als sie bei der Rallye Monte Carlo vom 18.-25. Januar 1954 siegten. Spätere B20-Generationen gewannen an Komfort und Gewicht und verloren an Kraft – die Motoren der fünften Serie ab 1956 waren mit 110 PS um einiges entschärft, wenn auch langlebiger, aber für die sechste von 1957 hatte man noch einmal zwei PS mehr mobilisiert, ohne dieses Prinzip aufzugeben.
Im Juni 1958 wurde mit dem 3118. Exemplar die Produktion des B20 eingestellt, dem alsbald die Rolle des gesuchten Klassikers zuwuchs. Das gleiche Los war dem offenen B24 beschieden, der seit 1954 die Aurelia-Palette nach oben hin abrundete, auf der mechanischen Basis des Coupés, also von vorneherein mit der De-Dion-Achse. Farinas Konzept für den schmucken Zweisitzer war offensichtlich durch zeitgenössische Ferrari-Modelle inspiriert.
Mit 2450 mm Radstand (Coupé: 2660 mm) wirkte er gedrungener, mit seiner Knüppelschaltung sportlicher und überdies hatte man ihn gediegene Ledersessel spendiert. Das Gros der Interessenten vermutete man in Übersee, und so steckte der Spitzname America diesen möglichen Markt auch semantisch ab. Nur die ersten 240 B24 wurden mit einer Panoramascheibe und dem dazugehörigen leichten Zeltdach geliefert, durch das es auch schon einmal hineinnieselte. Die restlichen 1381 waren weniger spektakulär, aber luxuriöser ausgestattet mit Ausstell- und Kurbelfenstern sowie einem Stoffverdeck, das eine wohnlichere Atmosphäre vermittelte, mehr Convertible als Spider.
Auf diesbezüglichen Wunsch hielt man auch ein properes Hardtop bereit. Die Aurelia Gran Turismo dienten den Renn-Assen jener Tage bevorzugt zur privaten Fortbewegung, Mike Hawthorn etwa oder Jean Behra. Als Juan Manuel Fangio einmal das Flugzeug in Paris verpasste, mietete er sich einen B20 und fuhr mit diesem nach Monza – ein schönes Kompliment an ein schönes Auto…