Er kam, wurde gesehen und siegte. Und da es sich um ein Ereignis von nationaler Tragweite handelte, wurde der bronzefarbene Prototyp des XK 120 auch gleich im einzig passenden Rahmen vorgestellt, auf der Londoner Auto Show zu Earls Court, die am 27. Oktober 1948 ihre Pforten öffnete.
Die Konkurrenz lud ihre Produkte vom Transporter, schaute hin – und verzweifelte, schrieb der amerikanische Motorschriftsteller Ken Purdy, und sein gleichfalls hochgeschätzter britischer Kollege John Blunsden fasste später in einem Jaguar-Buch zusammen, was die Magie dieses Autos ausmachte: Mit seinem Erscheinen hätten über Nacht alle Vorstellungen von einem Seriensportwagen zum alten Eisen gehört, denn es habe Raffinesse und Komfort mit ausgesprochen gutem Aussehen und brillanter Leistung verquickt, und dies alles zu dem ungemein niedrigen Preis von 998 Pfund – 650 weniger übrigens als der Betrag, den man für einen Aston Martin DB2 zu entrichten hatte.
Dabei handelte es sich beim XK 120 um eine Verlegenheitslösung, einen Lückenbüßer und Schnellschuss. Der Tourenwagen Mk VII würde nicht zeitgerecht für den Salon im Londoner Westen fertiggestellt sein, da man mit der Produktion der Karosserie ins Hintertreffen geraten war. Andererseits verfügte man über einen vorzüglichen Motor, einen Sechszylinder von 3442 cm³ mit zwei obenliegenden Nockenwellen, das Meisterstück der Ingenieure Walter Hassan und William M. Heynes, der sich 1969 in den wohlverdienten Ruhestand zurückziehen sollte – als stellvertretender Vorsitzender des Konzerns.
Bereit stand auch das Fahrwerk des Mk VII, wie beim Mk V bestehend aus kastenförmigen Längsträgern und X-Traverse, Einzelradaufhängung vorn mit Trapez-Dreieckquerlenkern und Längstorsionsstabfedern, Starrachse hinten mit Halbelliptikfedern und hydraulischen Kolbenstoßdämpfern, deren Arbeit am anderen Ende von Teleskopstoßdämpfern übernommen wurde.
Ohne viel Federlesens beschloss man, das vorhandene Triebwerk und das (verkürzte) Chassis fürs erste mit einer zweisitzigen Roadsterkarosserie zu bekleiden. Zuständig hierfür erklärte sich, wie stets bis einschließlich des Jaguar XJ-S, Firmenchef William Lyons. Im hinteren Teil des Werks zu Foleshill komponierte er, die Rundung zum Prinzip erhebend, den Aluminiumaufbau des ersten XK 120 wie ein Phantombild.
Jedes Teil wurde so lange ausgewechselt, bis sich die einzelnen Elemente zu einer harmonischen Gesamterscheinung zusammenfügten. Er habe, berichten die Fama und zahlreiche Chronisten des Werks, dafür lediglich zwei Wochen benötigt. Die 120 in der Typenbezeichnung stand für die erwartete Höchstgeschwindigkeit in Meilen.
Der Wert war zweifellos ungewöhnlich hoch: So schnell lief gerade ein gutgelaunter ERA-Rennwagen. Und dennoch erwies er sich als Zeugnis britischen Understatements. Am 30. Mai 1949 mietete sich Lyons nämlich ein Stück belgische Autobahn zwischen