265 PS bringt der mit Bio-Ethanol gefütterte Vierzylinder, mit dem Lotus in einem superleichten Exige erfolgreiche Versuche absolviert hat. Resultat: Alles im grünen Bereich.
Zum „british racing green”, der traditionellen Hausfarbe von Lotus bis zur Anpassung an den langjährigen Sponsor John Player im Motorsport, gesellt sich jetzt auch eine umweltfreundliche Kraftquelle. Dazu Lotus-Motoren-Experte Geraint Castleton-White:“ Wir wollen beweisen, dass ein grüner Sportwagen auch ein Hochleistungs-Fahrzeug sein kann.“ Um die doppelte Bedeutung dieses Ausspruchs zu dokumentieren, ist der Versuchsträger, ein nur 930 Kilo schwerer Exige, in der britischen Renn-Farbe Grün lackiert und wie zu Zeiten eines Jim Clark mit gelbem Streifen abgesetzt. In diesem Fall gleich zwei Streifen, denn doppelt hält bekanntlich besser. Leistungsmäßig verzeichnet Lotus einen Gewinn.
Das mit einem Roots-Kompressor ausgerüstete 1,8-Liter-Triebwerk (mit der internen Bezeichnung 2ZZ-GE VVTL-i) dreht in einer linearen Kurve bis zu 8500/min und erbringt dabei 265 PS, also 18 mehr als im Exige 240R. Natürlich sind elektronisches Motoren-Management und die Sportauspuff-Anlage optimal auf diese Leistungs-Kurve abgestimmt. Zu der Treibstoffersparnis gesellen sich umweltfreundliche Emissions-Werte, für die das „E“ hinter der PS-Angabe steht.
Nach einer langen Versuchsreihe auch mit Bio-Methanol und Bio-Butanol hat sich Lotus dann für Bio-Ethanol entschieden. Dieses besteht zu 85 Prozent aus pflanzlichen Ressourcen und zu 15 Prozent aus Petrolium und ist mit einem Super-Kraftstoff ganz hoher Oktan-Zahlen vergleichbar. Dieser Beitrag zur Verringerung des CO2-Verpestung ist offiziell das Hauptanliegen des renommierten britischen Sportwagen-Herstellers. Doch primär geht es doch um die Philosphie des Hauses: „Mehr Leistung durch weniger Gewicht“. Mit diesem hat man ja noch nie Probleme gehabt, und da ja jetzt auch die Power des Vierzylinders stimmt, beschleunigt der Exige mit Bio-Sprit in knapp vier Sekunden auf 100 km/h (bislang gut fünf Sekunden) und spurtet weiter auf 160 km/h in 9,2 Sekunden. Dafür benötigt der konventionelle Exige 240R deren 12,7. Die Höchstgeschwindigkeit ändert sich nur geringfügig von 249 auf 254 km/h.
An eine Serienfertigung ist momentan freilich noch nicht zu denken, doch ist die Umrüstung auf alternative Kraftstoffe bei Sportwagen - und schließlich auch im Motorsport - nur noch eine Frage der Zeit.