"Die Version Sport GT wurde für all jene kreiert, die vor allem auf die außergewöhnlichen Fahrleistungen und das sportliche Handling des Maserati Quattroporte Wert legen“, verheißt das Firmenprospekt und untermauert diese Eigenschaften durch „behutsame , jedoch bedeutende, technische und ästhetische Maßnahmen“. Diese bedürfen einer genaueren Analyse. Gegenüber den ersten Quattroporte dieser Baureihe ist bei der Funktionalität der Transaxle-Bauweise und in der Fahrwerksabstimmung mehr Harmonie eingekehrt. Das automatisierte Getriebe, anfangs etwas träge agierend, verdient jetzt seine Daseinsberechtigung. Durch eine geänderte Software sind bis zu 35 Prozent kürzere Schaltvorgänge möglich. Mit schwarzen Gittern des Kühlergrills und der seitlichen Luftaustrittsöffnungen, 20-Zoll-Leichtmetallrädern, gelöcherter Aluminium-Pedalerie und einer überarbeiteten Bremsanlage mit Lochscheiben entspricht der Quattroporte Sport GT, Jahrgang 2006, den Anforderungen an eine sportliche Reiselimousine. Über mangelnden Komfort konnte man sich beim Quattroporte ohnehin nie beklagen. In einem Preissegment, das deutlich über 100.000 Euro liegt, ist die Erwartungshaltung ohnehin etwas höher, und mit den konkurrierenden Limousinen von Audi, BMW und Mercedes-Benz steht dem Italiener eine geballte, technisch bis ins kleinste Detail gerüstete teutonische Macht gegenüber.
Da hilft gewiss ein wenig der Nimbus auf der Rennstrecke, der die Dreizack-Automobile der Officine Alfieri Maserati berühmt gemacht hat und sie heute noch in der FIA-GT-Meisterschaft begleitet. Dass von dem knapp zwei Tonnen schweren Gefährt keine berauschenden Fahrleistungen wie bei einem echten Sportwagen zu erwarten sind, liegt primär an der konservativen Motorisierung ohne Turbo oder Kompressor. Der klassische 90-Grad-V8 mit zwei obenliegenden Nockenwellen und vier Ventilen pro Zylinder gibt aus seinen 4,2 Litern Hubraum in dieser Konfiguration eben nicht mehr als 400 PS her. Die Höchstgeschwindigkeit von 275 km/h liegt im Rahmen des Leistungsgewichtes, wobei die vom Werk angegebene Beschleunigung von 0 auf 100 Stundenkilometer in lediglich 5,2 Sekunden nur schwer nachvollziehbar ist, da die Startautomatik den Hinterrädern zu viel Schlupf lässt.
Insgesamt präsentiert sich aber diese fünfte Quattroporte-Generation wie seine Gewichtsverteilung von 47 Prozent auf der Vorderachse (deren 53 hinten): nämlich ziemlich ausgewogen!