„Kleider machen Leute“, dieser Spruch aus dem Volksmund mag vielleicht etwas antiquiert klingen, doch aus der automobilen Massenware erwächst der Drang nach Individualismus. Sind es bei kleineren Fahrzeugen nur nachrüstbare Auto-Extras, primär Leichtmetallräder, so wartet die Haute Couture der Branche in höchsten Preisregionen mit limitierten Editionen kompletter Umbauten auf. Die „Banglisierung“ des BMW-Designs – damit ist die unverwechselbare Handschrift von Design-Chef Christopher Bangle gemeint – hatte Henrik Fisker zu einer eigenen Kreation auf Basis des 6er-Coupés gereizt. Dieses, ganz gleich mit welcher Motorisierung, wird bei seinen „Coachbuilders“ gestrippt und als Latigo CS wieder aufgebaut.
Die seitliche Kontur des Latigo wirkt eleganter als das Original, wobei sich auch Fisker vor dem Hofmeister-Knick in der C-Säule verneigt. Bei der Frontpartie kann man geteilter Meinung sein, zumindest wirkt der weit geöffnete Rachen aggressiver als die 6er-Niere. Harmonisch verläuft der Übergang von der Motorhaube zu den Radhäusern. Im Gegensatz zu den markanten Scheinwerferschlitzen verlaufen die ebenfalls schlitzförmigen Heckleuchten etwas unruhig. Insgesamt präsentiert sich das Latigo-Heck mit Carbon-Diffusor aber wesentlich homogener als beim 6er. Nur 150 „Maßanzüge“ – wie auch beim Tramonto auf SL-Basis - können bei Fisker bestellt werden. Der Anteil von Kunden, die als Basis-Fahrzeug den M6 wählen, ist groß.
Auch wenn die technischen Elemente des Interieurs vom 6er übernommen werden, abgesehen von Kleinigkeiten wie das Fisker-Emblem auf dem Pralltopf des Lenkrades, kann bei der farblich abgesetzten Lederausstattung geschwelgt werden.
Ein stattliches Coupé, das auf 20-Zoll-Aluminium-Tiefbett-Rädern mit zehn Speichen daherrollt: Prinzipiell hält es Fisker mit dem Werk und der Abregelung bei 250 km/h, aber wie beim M6 gibt es ja mit dem „M Driver´s Package“eine 2350 Euro teure Freischaltungsklausel bis 305 km/h.