![]() Fisker Coachbuild, betrieben vom ehemaligen Design-Chef von Aston Martin, Henrik Fisker, und seinem deutschen Kollegen Bernhard Köhler in Newport Beach, Kalifornien, ist eigentlich nur ein großes Design-Büro mit einer kleinen Kundendienst- und Verwaltungsabteilung. Alle Karosseriearbeiten, das Motortuning und die Innenausstattung gibt der gebürtige Däne außer Haus. Kostensparender lässt es sich kaum arbeiten, wenngleich die Umbauten eines SL 55 AMG in einen Tramonto oder eines BMW 6er Coupés in einen Latigo CS recht aufwendig sind und nur feinste Materialien verarbeitet werden. Ob BMW Z8 oder Aston Martin DB9 und V8 Vantage, die klare unverschnörkelte Linienführung mit schlitzförmigen Blinkern und Heckleuchten ist typisch für Fisker. Von der eigentlichen SL-Außenhaut bleiben nur noch Windschutzscheibe und das Faltdach übrig. Das neue Carbon-Gewand verleiht diesem Fahrzeug eine unverwechselbare Note, wobei der Kühlergrill – denkt man sich einmal die beiden vertikalen Chromstreben weg – an seine Aston-Kreationen erinnert. Unter der Haube darf der Kunde zwischen dem serienmäßigen Triebwerk des SL 55 AMG, das 517 PS bei 6100 Touren leistet, oder einem Power-Paket von Fiskers Landsmann Kleemann entscheiden. Kleemanns Kompressor-Variante mit heißen Nockenwellen und entsprechendem elektronischen Motormanagement sowie einer geänderten Auspuffanlage macht den Tramonto zum „muscle man“ mit 610 PS, nur zwei PS weniger als im SL 65 AMG. Bei einer Preisdifferenz von gut 70.000 Euro zwischen den beiden AMG-Versionen nimmt sich die Kleemann-Kraft-Kur mit knapp 32.000 Euro direkt bescheiden aus. Bei einem Gesamtpreis von etwa 300.000 Euro für den scharfen Tramonto, einschließlich der Kosten für das angelieferte Basisfahrzeug, lässt sich dieser Zehnt wirklich verschmerzen. Schließlich bedeutet der Tramonto-Erwerb Exklusivität, da nach 150 Fahrzeugen – wie auch beim Latigo CS – die Fertigung eingestellt wird. Nach erfolgreichem Abschluss dieser Produktion wartet Fisker gewiss mit einem neuen Objekt der Begierde auf. Auch im Interieur hat der Meister seine Vorstellungen realisiert. Auffällig: die in Aluminium eingefasste Mittelkonsole und die unter einem Blendbogen postierten Rundarmaturen mit Meilenangaben für den nordamerikanischen Markt. Chic wie die gesamte Lederausstattung präsentiert sich auch das Volant in gleicher Farbe jedoch mit schwarz abgesetzter Griffzone. Ein heimeliges, bis zur kleinsten Nuance homogenes Cockpit, das gehobenen Ansprüchen in jeder Form gerecht wird. Als Status-Symbol rollt der Tramonto auf gewaltigen Aluminium-Tiefbett-Rädern mit 325er-Walzen hinten. Bei einer Beschleunigung von 3,6 Sekunden bis 100 km/h und einer Spitze von 325 km/h wird man sich von diesem Wagen – soweit man ihm jemals im Verkehr begegnen sollte – ohnehin nicht viel einprägen können.
![]()
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||