Kurz vor Weihnachten 2005 trat das Apollo-Programm des ehemaligen Audi-Sportchefs Roland Gumpert im thüringischen Altenburg in die Kleinserien-Phase. Das lange, sehr intensive Entwicklungsstadium dieses puristischen Sportwagens wurde tatkräftig von Studenten der FH Ingolstadt, aufgeteilt in zwei Projekt-Gruppen, unterstützt Während Prof. Dr. Thomas Suchandt und seine Mannen die Kostenseite analysierten, entwickelten Prof. Dr. Jörg Wellnitz und seine Studenten innovative Lösungen für den Spaceframe. Zusammen mit Audis Fahrerprobungsspezialisten Uwe Bleck – quasi als Freizeit-Job – und Motortuner Roland Mayer, Chef von MTM, hatte Gumpert in Ingolstadt seinem Straßenrenner eine gesunde technische Basis geschaffen. Diese beginnt bei der gewaltigen Carbon-Bodenplatte mit Honigwabenstruktur und dem äußerst solide konstruiertem Rahmen aus Chrom-Molybdän-Stahlrohren. Wie bei modernen Rennwagen-Monocoques gleicht das Cockpit einer Carbon-Sicherheitszelle.
In aufwendiger Kleinarbeit hatte Gumpert seine Kreation zur Serienreife vorangetrieben, konsequent und kompromisslos. Der V8 Biturbo mit variablen Steuerzeiten und einem „ On-Board-Diagnose-System“ spuckt lässig 650 PS aus. 850 Newtonmeter bei 4500 Touren sind ebenfalls ein überzeugender Wert. Mit diesem Aggregat auf Audi-Basis setzt Gumpert auf eine zuverlässige, ihm bestens bekannte Größe und verfügt über ein breites Leistungsband. 360 km/h Spitze, drei Sekunden für den Hunderter-Sprint und die Beschleunigung bis Tempo 200 in weniger als neun Sekunden vermitteln das Gefühl, in einem Rennfahrzeug zu sitzen. Motorsportliches Ambiente auch im Cockpit: Dazu tragen das kleine, unten abgeflachte Lenkrad mit Alcantara-Griffzone ebenso bei wie die Schalensitze mit Vierpunktgurten, die sich auf das Nötigste beschränkende Instrumentierung und der lange Schalthebel für das sequenzielle Sechsgang-Schaltgetriebe. Die Gewichtsverteilung von 40 zu 60 Prozent, ein ausgeklügeltes Fahrwerk mit doppelten Dreieckslenkern, einstellbaren Federbeinen und Stabilisatoren sowie die aerodynamischen Komponenten, bestehend aus einem riesigen Frontspoiler, noch prägnanterem Diffusor und einem zusätzlichen Flügel zwischen den Heckleuchten, verleihen dem Apollo gleichermaßen Straßentauglichkeit und Motorsport-Qualitäten. Diese verlangen ihren Preis: ca.180.000 Euro in der Grundausstattung.
Überhänge (und damit einen Kofferraum) gibt es bei dem nur 4,25 Meter langen Apollo nicht, denn im Bug flankieren zwei Wasserkühler den Ölkühler und im Heck mit dem über das Dach hinausragenden Ansaugschnorchel ballt sich die Technik zusammen. Der 1,1 Meter hohe ( ohne Lufteinlass gemessen ) Roadrunner rollt natürlich auf adäquaten Walzen: Pirelli P Zero Corsa ( 255/35-19 vorn und 345/35-19 hinten ). Apollo, Sohn des Zeus und einer der wichtigsten Götter der Griechen; Apollo, die spektakulären Mondlande-Missionen der bemannten Raumfahrt: Nomen est omen – für Gumpert die größte Herausforderung!