Nur sechsmal wurde der von Peter Brock entworfene Daytona, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Ferrari, gebaut. Diese Coupé-Version des legendären Shelby-AC-Cobra, ein Urgestein des Motorsports, das 1964 und 65 für Ford Meriten in der GT-Wertung berühmter Langstrecken-Klassiker holte, so vor einem Rudel Ferrari und Porsche 1964 in Le Mans, erlebte 40 Jahre später eine Renaissance. Unter Mithilfe von dem alten Brock entstand eine Replik dieser bulligen Rennfahrzeug-Rarität für den Straßengebrauch, gefertigt von der US-Firma Superperformance – nicht etwa in Kalifornien, sondern in Port Elizabeth, Süd-Afrika. Während sich amerikanische Interessenten um Motor und Getriebe selbst kümmern müssen, liefert der Europa-Importeur, der Holländer Herman Eshuis, Komplettfahrzeuge aus.
Und in denen bollert laut vernehmbar ein Ford-Windsor-V8, überarbeitet von dem Motor-Tuner Roush Technologies. Unter der Bezeichnung Roush 402 RC entwickelt das voluminöse Triebwerk, über dem ein überdimensionaler Luftfilter thront, 520 PS und ein maximale Drehmoment von 680 Newtonmetern. Da Gitterrohrrahmen und Karosserie, bestehend aus einem Materialmix von Kunststoffen und Carbon, relativ wenig wiegen, konnte das Leergewicht dieses Donnerbolzens unter 1400 Kilo gehalten werden. Entsprechend rasant ist die Beschleunigung auf 100 km/h: 3,9 Sekunden. Davon konnte das Original mit 375 PS nur träumen. Wie beim GT40-Nachbau, ebenfalls von Superperformance, wurde das Potential heutigen „Normen“ angepasst. Trotz des beeindruckenden Drehmoments, ist der Motor auf Touren zu halten, und deshalb muss kräftig in dem Tremec-6-Gang-Schaltgtriebe herumgerührt werden. Um den Schaltknauf besser erreichen zu können, wurde der Schaft in Richtung Fahrer gebogen. Zur Betätigung der direkt daneben angeordneten Handbremse braucht man einen besonders langen Arm oder einen Beifahrer, der diese Aufgabe übernimmt.
Das spartanisch eingerichtete Cockpit mit sieben klassischen Rundinstrumenten entspricht weitgehend dem Vorbild, wie auch die AC-Konturen in der Pedalerie, die - wie seinerzeit – ziemlich viel Druck abverlangt. Den Bleifuß auf dem Gaspedal belohnt der Daytona mit einem Fahrerlebnis der besonderen Art, denn im Bereich von 300 Stundenkilometern erreicht der Geräuschpegel die Schmerzgrenze, obwohl die eigentlichen Auspuffrohre, dezent versteckt, nach hinten führen. Dank doppelten Dreieckslenkern rundum, H&R-Fahrwerk mit Bilstein-Dämpfern und großkalibrigen Bremsen artet der Umgang mit diesem monströsen Coupé nicht in Arbeit aus. Der im US-Rennlook Dunkelblaue mit dem weißen Doppelstreifen fährt sich ganz manierlich, gehört aber zur Kategorie der Säufer. Wer bereit ist, für dieses imposante Fahrzeug 100.000 und auch mehr Euro hinzublättern, dürfte sich freilich nur sekundär dafür interessieren, wie kurz die Intervalle der Tankstopps ausfallen.