![]() Neuer Cayman S gegen Porsche Carrera: Ein „Boxeraufstand“, denn das Mittelmotor-Coupé auf Boxer-Basis ist mit 295 PS nur 40 PS unterhalb des Carrera angesiedelt, bringt aber weniger Gewicht auf die Waage und verfügt über ein traumhaft ausgewogenes Fahrwerk. Dass dieses „Reptil“ einem Carrera in den Schwanz beißen kann, bewies der ehemalige Rallye-Weltmeister und Porsche-Testpilot Walter Röhrl auf dem Nürburgring. Mit aktiviertem PASM-Fahrwerk ( PASM steht für Porsche Active Suspension Management ) und 19-Zoll-Walzen ging Walter auf der Nordschleife zur Sache und wurde mit 8.11 Minuten gestoppt. Mehr ist aus einem Basis-Carrera auch nicht herauszuholen. Leistungsmäßig ist der Cayman dem Boxter entrückt. Mit einem einfachen Griff in die „Technik-Kiste“ entstand aus dem 3.2-Liter-Aggregat des Boxter S ein 3.4-Liter-Motor: Man nahm die Bohrung des Carrera-Triebwerks ( 96 mm ) und den Hub des Boxters ( 78 mm ). Carrera-Anleihen auch bei den Zylinderköpfen, dem Aluminium-Kurbelgehäuse sowie der Nockenwellen- und Ventilhub-Verstellung, genannt „Vario Cam Plus“. Optisch unterscheidet sich der Cayman jedoch deutlich von der 911er-Kontur. Die Silhouette der Dachwölbung betont den Mittelmotor-Charakter. Dadurch wirken auch die leicht ausgestellten Kotflügel für die serienmäßigen 18-Zoll-Räder, beziehungsweise das Angebot von 19-Zöllern unterschiedlichsten Designs wuchtiger als beim Boxter. Das ab hundert Stunden-kilometern aktivierte „Heckflügelchen“ bietet relativ wenig Luftwiderstand und sorgt dennoch für genügend Abtrieb, ein kleines Detail des sorgfältig ausgetüftelten, nur im Ansatz sichtbaren Aerodynamik-Konzeptes des Cayman. Dieses resultiert in einem Luftwiderstands-Beiwert von 0,29, zu dem die verwirbelungsfrei gestaltete Unterbodenverkleidung erheblich beiträgt. Die Kühlluftführungen für Motor, Getriebe und Bremsen sind elegant in die Karosserie integriert. Unverwechselbar – für Laien wohl erst auf den zweiten Blick - ist auch die Optik der Frontpartie, wobei die Lampen an die Augen und die Nebelleuchten an die Nüstern des Tieres erinnern, das bei der Namensgebung Pate stand. Wem das kleine „Krokodil“ Marktanteile wegfrisst, wird sich noch zeigen, denn das Preisniveau des Cayman S liegt zwar gut 7000 Euro über dem Boxter S aber fast 17.000 Euro unter dem billigsten Carrera-Modell. Dieser Zweisitzer mit genügend Stauraum für Gepäck ( 410 Liter, davon 260 hinten und 150 vorn ) bietet neben sportlichen Attributen auch viel Funktionalität und verhält sich durchaus sparsam. 10,6 Liter Super plus auf 100 Kilometer, gemessen nach EU-Durchschnitt, klingen nicht gerade nach Vielfraß-Futter. Wieviel das Porsche-Reptil bei der PR-trächtigen Runde auf dem „Ring“ geschluckt hat, bleibt Firmengeheimnis.
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