Ein Prototyp des DBS mit Linkslenkung und einer Karosserie von Touring erschien auf der London Motor Show in Earls Court 1966. Das für die Serie bestimmte neue Modell ließ indessen noch ein Jahr auf sich warten und erblickte das Kunst-Licht der Ausstellung nur ungeliebt von seinen Initiatoren bei Aston Martin. Das Chassis war in wenigen Monaten hastiger Arbeit von einem Ingenieurteam unter Dudley Gershon auf die Räder gestellt worden.
Vorderradaufhängung (Dreieck-Querlenker und Schraubenfedern) sowie Zahnstangenlenkung entsprachen denen des DB6, während hinten eine De-Dion-Achse mit Wattgestänge und Querlenkern dem Durchdrehen der Antriebsräder entgegenwirken sollte. Der DBS war nämlich in Hinblick auf kräftige Impulse konzipiert worden, wie sie eine V8-Maschine entwickeln würde, die seit 1963 unter den Händen des Triebwerkspezialisten Tadek Marek entstanden war. Chronischer Geldmangel bedingte eine Interimslösung: Vergleichsweise winzig und vereinsamt ging in der dafür vorgesehenen Räumlichkeit der Reihensechszylinder von 3995 cm³ und wahlweise 282 oder 325 PS seiner Arbeit nach, der sich in den Typen DB5 und DB6 gewissermaßen die Hörner abgestoßen hatte.
Auf die Straße gelangte diese Leistung über eine Fünfgangschaltung von ZF oder den Automaten Borg Warner Typ 8, einen hydraulischen Wandler mit 3-Gang-Planetengetriebe, dem immer mehr Kunden den Vorzug gaben. Der Motor hatte es buchstäblich schwerer als etwa im DB6. Der DBS wog mit 1588 kg leer 113 kg mehr, eine Folge seiner überstürzten Genese, die auch später nie beseitigt wurde. Wenn er mit einer Breite von 1680 mm (Spur vorn und hinten 1500 mm) ungewöhnlich stämmig ausgefallen war, ließ sich dies gar auf einen Schnitzer zurückführen, der Gershons Mannschaft unterlaufen war, ohne dass dies allerdings die Schönheit und Ausgewogenheit der Linienführung negativ beeinflusste.
Die Karosserie zeigte unzweifelhaft Spuren italienischen Denkens, stammte aber aus der Feder des Aston-Martin-Angestellten William Towns, der sich Ende der sechziger Jahre selbständig machte und seinen Namen als Industriedesigner zum Klingen brachte. Dass man im Fond relativ bequem reisen konnte, wies unmissverständlich aus, dass Aston Martin mit dem DBS auf eine ganz bestimmte Marktnische abzielte. Erst 1978 wurde ihm ein Cabriolet zur Seite gestellt, als die Ära der Sechszylinder des Hauses schon längst ein Stückchen Geschichte geworden war.
Zwischen dem Oktober 1967 und dem September 1972 entstanden 787 DBS, erkennbar an Doppelscheinwerfern und einem kleinen Lufteinlass auf der Motorhaube. Anschließend wurde das Auto bis zum Juli 1973 unter der Bezeichnung Vantage angeboten, und zwar mit einer vereinfachten Frontpartie mit lediglich zwei Scheinwerfern in nur 70 Exemplaren. Denn die Klientel zog den Achtzylinder vor, und überdies wurde die in Ehren alt gewordene Firma von Turbulenzen gerüttelt. Während sich die Verluste auf jährlich 1,2 Millionen Pfund bei einem Umsatz von 3,2 Millionen beliefen, gerieten auch andere Unternehmen der David-Brown-Gruppe in Liquiditätsschwierigkeiten. Schließlich, 1972, veräußerte Brown seine Sportwagenmanufaktur an die Company Developments Limited, deren Vorsitzender William Willson alles tat, um den Begriff Aston Martin am Leben zu halten…