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Maserati 3700 GTIS (Vignale)
Debüt 1957
Technische Details
Hersteller Maserati
Baureihe 3500GT, Derivate
Typ 3700 GTIS (Vignale)
Bauzeit 1957 - 1964
Baujahr 1966
Motor 6 Zylinder Reihenmotor
Hubraum 3692 cm³
Bohrung/Hub 86 / 106 mm
Leistung 245 PS / 180 KW
Gewicht 1555 kg (leer)
Leistungsgewicht 6.35 kg / PS
Vmax235 kmh


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Inzwischen bemühte sich Alfieri weiter um die Domestikation des rauen Trieblings und fand dabei angeblich außer mehr Laufruhe und Geschmeidigkeit 30 weitere Pferdestärken. Scheibenbremsen vorn (1960) und 1962 auch hinten nahmen dem Piloten schrittweise die Angst, er könne den 3500 GT nicht rechtzeitig zum Stehen bringen.

Ab 1961 konnte er mit einer als Schnellgang ausgelegten fünften Fahrstufe Drehzahl- und Geräuschniveau sowie den Verbrauch kommod absenken, aber auf Wunsch stand auch die alte Schaltung zur Verfügung. Am 3500 GT Cabriolet von Vignale ab 1961 rühmte man die vortreffliche Handlichkeit, willkommene Begleiterscheinung des von 2600 mm auf 2500 mm reduzierten Radstands. Im Jahr darauf folgte ein entsprechendes Coupé, dessen Modellname Sebring darauf abzielte, Reminiszenzen an den Schauplatz diverser Maserati-Triumphe aufkommen zu lassen.

Gleichwohl brauchten die Insassen des ganz in Stahl livrierten 2 2-Sitzers, der später auch mit Motoren von 3,7 und 4 Litern Hubraum ausgeliefert wurde, die Segnungen der modernen Auto-Zivilisation nicht zu entbehren. Vielmehr pries der sonst mit Lob britisch zurückhaltende John Bolster in Autosport 1963 den Sebring als den Inbegriff eines luxuriösen Gran Turismo, aus dem man auch am Ende eines langen Fahr-Tages glücklich und zufrieden aussteige.

1962 lagerte sich der Typenbezeichnung 3500 GT ein I (für Iniezione) an und machte so darauf aufmerksam, dass der Maschine ihr Lebenselixier durch eine Einspritzpumpe (von Lucas) zugeteilt wurde. Wer den funktionell-ästhetischen Anblick der drei Weber-Horizontalvergaser nicht missen mochte, konnte indes eine Zeitlang noch die

konventionelle Gemischaufbereitung ordern. Zwischen 1957 und 1965 entstanden 1975 der Coupés von Touring, und die Vignale-Werkstatt in Grugliasco verließen 242 Cabriolets (1959 – 1964), 348 Sebring der ersten (1962 – 1965) sowie 98 der zweiten Serie (1965 und 1966).

Einzelstücke kamen dazu, von Allemano, von Bertone, von Frua, von Boneschi, Spiele mit Formen nach einem Grundmotiv und eher Zeichen dafür, dass keiner der großen italienischen Couturiers zurückstehen wollte. Dass auch Orsi nicht bereit war, mit dem zweiten Rang hinter dem großen Rivalen Ferrari vorliebzunehmen, davon zeugten spätestens die 32 5000 GT zwischen 1959 und 1964, jeder von ihnen eine schlagfertige Antwort auf den spektakulären Superfast des anderen berühmten Modeneser Hauses und wie jener mit einem durchaus individuellen Profil ausgestattet. 20 stammten von Allemano, vier von Touring, zwei von Frua, je einer von Farina, Monterosa, Michelotti, Ghia und Bertone. Die Liste der Kunden liest sich wie ein Who’s Who der internationalen Upper Ten, umfasste den Schah von Persien, der stets bereit war, automobiler Schönheit zu huldigen, den Aga Khan, Briggs Cunningham und Lambretta-Chef Innocenti. In das entsprechend verstärkte Chassis des 3500 GT wurde offenbar der Restbestand von V8-Triebwerken mit vier obenliegenden Nockenwellen installiert, die für den furchterregenden Rennsportwagen 450S zurückgelegt worden waren und seit dem offiziellen Rückzug der Firma vom Sport 1958 arbeitslos herumlagen.

Auch auf diese Kraftwerke wirkte Alfieri mäßigend ein, bevor sie ihrer neuen Bestimmung zugeführt wurden, abgesehen wahrscheinlich von den ersten drei Exemplaren, die ihren Dienst noch in vollem Kampftrimm mit 345 PS antraten. Aber auch mit 310 PS waren spätere 5000 GT nicht eben untermotorisiert, wie der Genfer Journalist Bernard Cahier, später Präsident der International Racing Press Association, 1962 in der Motor Revue feststellte.

In Begleitung von Cheftester Guerrino Bertocchi beschleunigte er ein Ghia-Coupé auf der Autostrada von Mailand nach Florenz in 6,5 s vom Stand auf Tempo 100 und in 14,2 s auf 160. Die von ihm erzielte Spitzengeschwindigkeit von 248 km/h allerdings beeindruckte seinen Beifahrer wenig, denn Gelegenheitsrennfahrer Cahier musste sich von Bertocchi darüber aufklären lassen, dieser habe eine leichtere Version unlängst zu 274 km/h animiert und mit einem Prototyp stattliche 14 Kilometer mit einem Schnitt von 272 km/h zurückgelegt…

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