Dass die Führung der Hinterachse bei ständig eskalierenden PS-Zahlen nicht mehr dem letzten Stand entsprach, machte sich durch Holpern des kurveninneren Rades bei scharfem Beschleunigen auf unebener Fahrbahn nachdrücklich bemerkbar. Die meisten XK 150 verließen übrigens die Werkhallen in Coventry im Special-Equipment-Trimm, also auch mit Drahtfelgen, zunächst mit 54, ab Juni 1958 mit 60 Speichen, und den dekorativen zweiflügeligen Zentralverschlüssen.
Viele Kunden optierten für die 210-PS-Version des langhubigen Sechszylinders mit dem sogenannten B-Zylinderkopf anstelle des Normalmotors von 190 PS. Zur Wahl standen ferner ein manuell zu betätigendes Moss-Vierganggetriebe, dessen erste Fahrstufe nicht synchronisiert war – Zwischengas empfahl sich auch, wollte man aus höheren Drehzahlen lautlos zurückschalten –, dasselbe mit Overdrive oder eine Automatik von Borg Warner, die sich wachsender Beliebtheit erfreute. Gleichzeitig mit dem Roadster, der auch bei geschlossenem Verdeck kaum an Attraktivität einbüßte, wurde die S-Maschine verfügbar, zu erkennen an den charakteristischen flockenförmigen Gehäusen dreier SU-Vergaser.
Die meisten ihrer 250 PS verdankte sie allerdings der Kopf-Arbeit von Harry Weslake, der, wie ein Varietékünstler seine Kaninchen aus dem Hut, Pferdestärken aus kaltem Metall zauberte, aus zahllosen Motorradtriebwerken, den Rennmotoren der Ford GT40 und Capri, seinem eigenen bildschönen Grand-Prix-Zwölfzylinder.
Für den Modelljahrgang 1960 wurde der Hubraum des XK 150 auf 3781 cm³ erweitert, in der Standard-Form mit dem B-Kopf und 220 PS, in der Weslake-Variante mit 265 PS, die offenbar prächtig im Futter standen: In der englischen Fachzeitschrift Autosport wusste John Bolster 1960 zu berichten, dass man damit in 19 Sekunden auf 160 km/h beschleunigen könne, ein Lusterlebnis, das durch den unmäßigen Spritkonsum des Prüflings jedoch beeinträchtigt wurde.
Zumindest aber was den Anschaffungspreis anbelangte, schonte die britische Wildkatze das Budget derer, die sie sich als Haustier zulegten. In Deutschland zum Beispiel kosteten das Coupé 1960 22800 DM, ein Aston Martin DB4 45000 Mark, ein Ferrari 250 Berlinetta 50275 Mark. In vier Jahren aufgelegt wurden 2265 Roadster, 4462 Coupés und 2671 Dropheads, deren wohlgeformte Mohair-Dächer das wohnliche Fluidum der Jaguar-Limousinen aufkommen ließen, während die früher übliche Nußbaum-Furnierung der Armaturentafel nun gänzlich den Tourenwagen vorbehalten blieb, Opfer des sportlichen XK-Image und einer aufmerksamer werdenden Kalkulation.
Mit dem gedämpften Komfort eines Nagelbretts aber wartete das Fähnlein der 16 XK SS auf, kaum getarnten Straßenausgaben des D-Type und im Verkehrsalltag so richtig am Platze wie ein Ledernacken unter Blumenkindern. Schon ein kurzer Steckbrief weist aus, wo diese Autos eigentlich hingehörten: Monocoque, drei Weber-Vergaser, Trockensumpf, 250 PS, 915 kg, Beschleunigung auf Tempo 160 in 13,6 und auf 400 Meter in 14,1 s, Spitze 240 km/h.
Wer eine Zahnbürste mit auf die Reise nehmen wollte, musste diese schon auf ein am Heck extern angebrachtes Gestell schnallen, denn ein Kofferraum war nicht vorgesehen. So wörtlich hatte Paul Frère seine Frage nun auch nicht gemeint.