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Rückblende: 1999 lässt Porsche einen Dampfhammer auf die Straße. Die Eckdaten: 360 PS, 1.300 Kilogramm. Dieses Gerät möchte von A nach B - und das möglichst schnell. Der GT3 der ersten Serie wird von Walter Röhrl in sieben Minuten und 56 Sekunden über die Nordschleife geprügelt - Rekord! 2003 erscheint die Serie zwei und ist noch brachialer. Mit 381 PS auf der Hinterachse und verändertem Spoilerwerk - Understatement ist definitiv etwas anderes. 2006: Der Neue hat die gleichen Gene wie seine Vorfahren. Aber die Evolution verlangt mehr. 415 PS markieren die Spitze des Wettrüstens. Mit 1.395 Kilogramm hat er ein Leistungsgewicht von 3,36 Kilo pro PS – und eine laute Aussprache. Wir wundern uns, dass das Auto mit diesem Auspuff die Straßenzulassung bekommen hat. Beim Porsche GT3 folgt die Form der Funktion. Beispiel: Die unkonventionelle Öffnung in der Fronthaube, die Abtrieb auf der Vorderachse erzeugt. Die Bremsen beißen optional mit Keramik zu und sind 50 Prozent leichter als herkömmliche - jedes Gramm zählt. Auch sonst wurde alles Unnötige rausgeschmissen oder gewichtsreduziert. Sogar die Batterie, die den GT3 mit Strom versorgt, musste abspecken. Fünf analoge Uhrwerke halten die Fahrt in Zahlen fest. Gegen Aufpreis gibt es sogar eine Stoppuhr. Und dann gibt es im Cockpit noch jene Tasten, die das Adrenalin regulieren. Das einstellbare Fahrwerk macht aus hart noch härter und den Gang zum Orthopäden fast unvermeidlich. Außerdem gibt es zum ersten Mal in einem GT3 eine Traktionskontrolle, um die Kraft zu beherrschen. Der Sechszylinder-Boxermotor ist bis auf das Kurbelgehäuse ein komplett verändertes Aggregat und schafft bei 7.600 Umdrehungen 415 PS - ohne Turbo oder Kompressor. Aber dank Hochdrehzahlkonzept erreicht die Nadel erst bei 8.400 Umdrehungen den roten Bereich. So jagt die Boden-Boden Rakete in 4,3 Sekunden über Hundert bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 310 km/h. Da bekommen die GT3-Fahrer ein Grinsen ins Gesicht. Drei von vier dieser Spezies fahren regelmäßig auf die Rennstrecke. Und da gehört der GT3 auch hin. Denn die Lenkung ist so direkt und das Fahrwerk so hart, dass lange Autobahnetappen für Auto und Fahrer eher langweilig sind. 108.000 Euro kostet die Adrenalin-Garantie aus Zuffenhausen mindestens. Mit Leichtbau-Schalensitzen, Keramikbremse, Überrollkäfig und Feuerlöscher geht es noch kompromissloser. Dann steigt der Preis ganz schnell über die 120.000 Euro-Marke, und der GT3 mutiert zum Cup-Rennwagen. Porsche hat mit dem neuen GT3 die Messlatte noch einmal höher gelegt und die Vorfahren der Serie eins und zwei getoppt. Ist keine Rennstrecke in der Nähe, sollte man den GT3 nur auf abgesperrten Straßen ans Limit bringen. Denn dieser Elfer will hart angepackt werden und verzeiht keine Fehler. www.motorvision.de Verwandte Themen | ||
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