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Back to the roots Als der berühmte Ferry Porsche seinen ersten Sportwagen entwarf, hatte er dabei weder Klimaanlagen noch elektrische Sitze im Sinn. Nur eins war ihm wichtig: "Wenn man drauftritt, muss er schießen." Kein Porsche hat sich in jüngerer Zeit dieses Credo mehr zu eigen gemacht, als der neue Carrera GT. Breit, tief und flach kauert er schon im Stand auf dem Asphalt, als gelte es gleich eine neue Bestzeit bei Le Mans in den Teer zu brennen. Rennluft schnuppert er dabei durch mächtige Nüstern hinter den Türen, die das 5,7 Liter V10 Aggregat mit Sauerstoff versorgen. Keine leere Drohungen, wie ein Blick in das Leistungsdiagramm verrät, das an Rennsportwagen wie den Mc Laren F1 erinnert. 612 feurige Rösser katapultieren das 1400 Kilo Leichtgewicht in unter vier Sekunden von 0 auf 100. Die Zweihundertermarke erreicht der Roadster in zehn. Ein Wert, der auch bei der halben Geschwindigkeit noch als sportlich durchgehen würde. Schluss ist erst bei sturmgepeitschten 330 km/h. Wer auf eine gepflegte Frisur wert legt, wird beim Ausloten der Topspeed deshalb wohl eher zum serienmäßigen Hardtop greifen. Doch da wo diese mit vertretbarem Risiko überhaupt noch möglich ist, trägt man sowieso in der Regel Rennhelm. Bremsscheiben groß wie Pizzateller Dabei ist der Carrera GT kein rundgelutschter Hightech-Sportwagen, sondern führt stilistisch mit seiner schlicht-eleganten Karosserie die Tradition erfolgreicher Rennsportwagen wie dem 718 RS Spyder fort. Bei 270 PS brachte dieses Leichtbaufahrzeug gerade einmal 400 Kilo auf die Waage. Mit Gerhard Mitter am Steuer wurde er Europa-Bergmeister und erzielte 1968 sieben Siege. Agilität stand deshalb auch beim Carrera GT an oberster Stelle. In bester Porschemanier wurden die Lasten in der Fahrzeugmitte konzentriert, was dem Wagen in Verbindung mit einem niedrigen Schwerpunkt zu exorbitant hohen Kurvengeschwindigkeiten verhilft, deren Grenzen auszuloten schon der gesunde Menschenverstand verbietet. Im Falle aller Fälle verzögern die Ceramic Composite Brakes (PCCB) mit Bremsscheiben in der Dimension einer Familienpizza (380mm) die Fuhre noch schneller als der Wagen beschleunigt. Zur Gewichtsreduzierung wird das Fahrzeug in weiten Teilen - darunter der gesamte Rahmen in Monocoque-Bauweise - aus kohlefaserverstärktem Kunststoff gefertigt. Das Gebot: 425.000 Euro Klassisch bleibt der Carrera GT auch bei der Kraftverteilung: Keine Tip-Tronic oder sonstiger neumodischer Firlefanz. Geschaltet wird wie ehedem über ein manuelles Schaltgetriebe, das jedoch dem Zeitgeist folgend über sechs Schaltstufen verfügt. Die Kraftverteilung erfolgt über eine Rennsportkupplung, die ein Drehmoment von bis zu 590 Newtonmetern zu verkraften hat. Eine gelungene Synthese aus Tradition und Moderne offenbart auch ein Blick ins Cockpit, das nur mit den Attribut schlichte Eleganz beschrieben werden kann. Statt schnödem Plastik umschmeichelt den Fahrer ein Traum aus Aluminium und Leder. Selbst an schnödem Details wie dem Bordcomputer, die in einem Supersportwagen nicht unbedingt zum Nötigsten gehören, zeigt sich die sportliche Ausrichtung des Fahrzeuges. Dort können in einem Untermenü unter anderem die Rundenzeiten auf der Rennstrecke abgerufen werden. Bleibt eigentlich nur ein Haken: Der Preis. 425.000 Euro soll der Flitzer kosten. Aber billig war ein Porsche bekanntlich nie. Käufer für die 1.400 jährlich produzierten Exemplare sollten sich allemal finden lassen. www.motorvision.de Verwandte Themen: Der Porsche Carrera GT in der Sportwagen-Datenbank >> Jetzt Userbilder zum Thema hochladen
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